Folge 014: Warum dich ein „Anstößig“-Label bei Apple profitabel macht
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Neulich beim Blick in das Podcast-Backend von Apple Podcasts fiel es mir ins Auge: Das Label „Anstößig“. Keine Sorge, hier wird nicht flachgelegt oder unanständig geredet, aber in einer weichgespülten Business-Welt reicht es offenbar schon aus, die Dinge ungeschönt beim Namen zu nennen, um als unbequem zu gelten.
Mein erster Gedanke? Endlich sagt es mal einer offiziell. Denn dieses Label ist kein Fehler im System, sondern der Beweis für eine klare Statik und Führung.
Das ungeschriebene Gesetz: Sagen, Denken, Tun
Vor vielen Jahren, als ich im Team von Dirk Kreuter bei einem Seminar von Mehmet E. Göker dabei war, fiel ein Satz, der mein Leben als Unternehmer nachhaltig verändert hat:
„Ich sage, was ich denke, und ich tue, was ich sage.“
Daraus habe ich für mich eine ganz einfache Formel abgeleitet: Halt dein Wort oder halt einfach deine Fresse. Alles andere ist zwar nett gemeint, im harten Business-Alltag aber komplett wertlos. Als „anstößig“ gilt man heute nicht, weil man laut ist. Laut sind viele. Anstößig bist du, wenn du Wahrheiten aussprichst, die andere sich nicht mal zu denken trauen.
Radical Candor ist kein Freifahrtschein für Arschlöcher
Wir arbeiten nach dem Prinzip der radikalen Ehrlichkeit (Radical Candor). Keine Wattebäuschen, keine weichgespülten Floskeln. Aber Achtung: Radikale Ehrlichkeit steht bei mir immer im Einklang mit tiefem Respekt und absoluter Wertschätzung.
Es ist kein Freifahrtschein für asoziales Verhalten. Ganz im Gegenteil: Dem Gegenüber die ungeschminkte Wahrheit ins Gesicht zu sagen bedeutet, ihn verdammt noch mal ernst zu nehmen. Es ist die höchste Form von Respekt.
Die Schimanski-Lektion: Der Tod im Mittelmaß
Erinnerst du dich noch an Götz George als Schimanski im Duisburger Tatort der 80er Jahre? Direkt, dreckig, unbequem. Die Republik war komplett gespalten: Die einen haben ihn gefeiert (ich bis heute!), die anderen waren pikiert. Sogar der Duisburger Bürgermeister regte sich über das „schlechte Bild“ der Region auf.
Aber eines gab es bei Schimanski nie: Mittelmaß. Entweder man liebte ihn oder man hasste ihn.
Genau hier scheitern 90 % aller Coaches, Berater und Dienstleister. Sie sind unfassbar nett, empathisch und verständnisvoll – aber sie führen nicht. Sie wollen von jedem geliebt werden. Der tragische Output: Sie sind zwar verdammt gut, aber am Ende des Monats pleite, weil sie niemand bucht. Kunden kaufen keine Harmonie, sie kaufen Führung. Sie wollen jemanden, der ihnen sagt: „Jetzt kneifen wir die Arschbacken zusammen und gehen diesen Weg.“
Polarisierung ist deine Lebensversicherung
Dein Business stirbt niemals daran, dass dich ein Teil des Marktes ablehnt. Das passiert so oder so. Dein Business stirbt daran, dass du überhaupt nicht wahrgenommen wirst.
Wenn mein Podcast also für manche anstößig ist, dann ist das gut so. Denn genau das ist das Fundament, warum mich die richtigen Leute buchen
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